Kinderschutz bei den Wurzelkindern – warum wir offen darüber sprechen
Warum wir das hier schreiben
Die Ereignisse der letzten Monate in unserer Region haben viele Eltern verunsichert, zu Recht. Wenn man sein Kind in fremde Obhut gibt, will man wissen, wie diese Obhut aussieht. Wir warten nicht darauf, dass jemand nachfragt, sondern erklären hier offen, wie wir arbeiten und worauf wir besonders achten.
Wer bei den Wurzelkindern betreut
Die Betreuung liegt ausschließlich bei uns, Sarah und Nino Trentsch, persönlich. Nino ist ausgebildete Fachkraft für Kinderschutz nach § 8a SGB VIII und zusätzlich psychologischer Berater, Sarah bringt ihre pädagogische Qualifizierung und jahrelange Erfahrung mit den Kindern ein. Diese Aufgabe geben wir nicht an Dritte ab: Die höchstpersönliche Erbringung der Betreuungsleistung ist bei uns jederzeit gewährleistet. Wer Ihr Kind betreut, wissen Sie also immer, es sind Sarah oder Nino, niemand sonst.
Wie unser Betreuungskonzept aufgebaut ist
Unsere Kernbetreuungszeit ist Montag bis Freitag, 7:00 bis 16:30 Uhr. Darüber hinaus bieten wir, weil viele Eltern unregelmäßig oder in Schichten arbeiten, auch Rand- und Wochenendbetreuung an. Das ist bei uns kein spontanes „Bring dein Kind einfach vorbei", sondern fest vereinbart: Umfang und Zeiten der Betreuung, auch außerhalb der Kernzeit, sind Teil des schriftlichen Betreuungsvertrags, den wir vor Betreuungsbeginn gemeinsam mit den Eltern besprechen und der den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Unsere Räume wurden vom Tageselternverein abgenommen, und wir legen dem Jugendamt regelmäßig unser erweitertes Führungszeugnis vor, so wie es vorgeschrieben ist.
Auch während der Betreuung in den Randzeiten sind wir zu zweit im Haus und geben uns gegenseitig Rückmeldung, niemand von uns beiden betreut über längere Zeiträume komplett unbeobachtet. Uns ist wichtig, dass Betreuung bei uns nachvollziehbar bleibt, auch dann, wenn kein Elternteil direkt dabei ist.
Gerade beim Thema Schlafen sprechen wir sehr offen mit den Eltern. Manche Familien legen sich zum Beispiel zu Hause zum Einschlafen mit ans Bett, andere machen das anders. Wir fragen gezielt nach, was für das jeweilige Kind vertraut ist und was sich die Eltern für unsere Begleitung beim Einschlafen wünschen, und richten uns danach, statt das eigenmächtig zu entscheiden.
Konkrete Schutzmaßnahmen bei uns
- Verhaltenskodex zu Nähe und Distanz: Körperkontakt findet nur fürsorglich und notwendig statt, wir fragen nach Einverständnis des Kindes, wo immer möglich, und sind bei Pflegesituationen bewusst nicht komplett von außen uneinsehbar (Türen bleiben angelehnt).
- Ein Ampel-System (Grün, Gelb, Rot) und das Buch „Mein Körper gehört mir" helfen schon kleinen Kindern zu verstehen, dass ihr Körper ihnen gehört und sie „Nein" sagen dürfen.
- Ampelkarten und eine Meckerbox geben auch den Kleinsten eine Möglichkeit, sich mitzuteilen, wenn ihnen etwas nicht gutgeht.
- Tägliche kurze Gespräche beim Bringen und Abholen, wöchentliche Rückmeldung, halbjährliche Entwicklungsgespräche und Gespräche bei Bedarf, jederzeit auf Wunsch der Eltern.
- Eine jährliche anonyme Elternbefragung, in der auch unser Schutzkonzept selbst mit bewertet wird.
- Alle zwei Jahre Fortbildung zu Kinderschutz und § 8a SGB VIII, dazu regelmäßiger Erste-Hilfe-Kurs.
- Vertretung im Krankheitsfall nur durch andere qualifizierte, uns bekannte Tagespflegepersonen aus unserem Netzwerk, nie durch unangekündigte Dritte.
Wenn Sie Fragen haben
Sprechen Sie uns direkt an, egal ob es um eine Kleinigkeit geht oder um etwas, das Ihnen wirklich Sorgen macht. Wenn Sie lieber mit einer außenstehenden Stelle sprechen möchten, steht Ihnen die Fachberatung für Kindertagespflege beim Kreisjugendamt jederzeit offen.
Sarah & Nino Trentsch